What Is Your Message? Gibst du Hilflosigkeit zu oder tust du als ob?

Das war eine wilde Volleyball-Woche. Wild im Sinne von emotional. In den vergangenen Tagen sah ich drei Spiele des Projekts „United Volleys“ auf Sportdeutschland.TV. Ich mag spannende Projekte und die United Volleys gehören ganz sicher zu den spannendsten, die wir in Volley-Deutschland haben. Bereits in der ersten Partie gegen den TV Rottenburg fiel mir auf, wie häufig United-Kapitän Christian Dünnes beim Schiedsrichter vorsprach. Abgesehen davon, dass eine Beschwerde über Entscheidungen zu Bällen im Aus, Netz- und Blockberührungen oder technischen Fehlern meines Wissens noch nie zu einer Umkehr der ursprünglichen Entscheidung geführt haben, stört das auch gehörig den Spielfluss.

Passend (bis auf eine Ausnahme) und vor allem ehrlich fand ich allerdings die zahlreichen Emotionen, die die beteiligten Trainer zeigten. Michael Warm für die United Volleys, Hans Peter Müller-Angstenberger für den TV Rottenburg und Roberto Serniotti für die BR Volleys waren Feuer und Flamme und sagten schon auch mal durch Gesten und Worte dem Schiedsgericht Bescheid. Diese Emotionen erinnerten mich an eine Diskussion, die ich mit Mark Lebedew Anfang November führte (Marks Schlagzeile war „What Is Your Message?“) und in der Mark u.a. betonte, dass ein Trainer nach außen hin so erscheinen müsse, als habe er die Sache unter Kontrolle. Und dafür sei es notwendig innerhalb des eigenen Charakters zu schauspielern, also so zu tun, als sei man ruhig, habe die Dinge unter Kontrolle etc. Der Grund: Das Team könne sich dann am Trainer orientieren. Continue reading

Einladung zur Diskussion: Vom American Football lernen

John und ich (zuletzt auch Mark) hatten eine Diskussion über einen seiner Artikel. John vergleicht darin den Zuspieler im Volleyball mit dem Quarterback im American Football. Ein Randthema seines Aufsatzes ist das Vorgeben von Angriffs- und Verteidigungsvarianten vor jedem Spielzug im Football und wie diese Strategien codiert an die Spieler weiter gegeben werden. Das ist ein Thema, das ich bereits seit 2007 mehr oder weniger regelmäßig verfolge.

Ausgangsbasis für mich ist es herauszufinden, was vor allem die Chancen der Defense im Volleyball erhöhen kann. Ein Standardspielzug endet zumindest bei den Männern mit einem krachenden Angriff aus dem K1. Vor allem bei guter Annahme bekommt die Verteidigung so gut wie nie einen echten Doppelblock zustande. Mit anderen Worten: Der Angreifer hat freie Fahrt. Was also, wenn ich auf der Basis von Scoutings meine Defense auf einen bestimmten Angriff in der nächsten perfekten Situation ausrichte? Spielt der Gegner wie erwartet, steigen unsere Chancen darauf, den Ball zu verteidigen. Haben wir uns „geirrt“, ist das Ergebnis dasselbe als hätten wir versucht alle Angreifer des Gegners zu verteidigen. Der Ball schlägt krachend in unserem Feld ein. Seht euch doch mal die Diskussion zum Thema an. Ich freue mich, wenn ihr uns eure Gedanken dazu – hier oder auf John’s Seite – im Kommentarbereich hinterlasst. Continue reading

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And hope you don’t get in the way – Teil 2

Ich bin ein Fan von Sportfilmen. Eigentlich hätte ich heute Morgen Anderes zu tun gehabt, aber ich konnte einfach nicht widerstehen und hab mir „HALLE luja – Der Film“ angesehen. Es ist die Geschichte der Berlin Recycling Volleys im Pokalfinale 2014 gegen den VfB Friedrichshafen. Man kann den Film als Fan sehen, oder aber wie ich es getan habe aus Sicht eines Trainers.

Wir bekommen zwar nicht allzu detaillierte Einblicke in die Welt von Mark Lebedew (weil der Film eben doch für die Fans gemacht ist), aber durch die richtige Brille gesehen springen einige Dinge ins Auge. Was mich am meisten beeindruckt hat, ist die Freiheit, die Mark seinem Team lässt. Es gibt da die Szene in der Kabine, direkt vor dem Pokalfinale. Der Coach hat nur wenige Worte, danach übernimmt das Team. Jeder hat seine Rolle gefunden. Es gibt den ruhigen und besonnenen Kawika Shoji, der die Mannschaft sammelt und fokussiert. Es gibt den Anführer Scott Touzinsky, der voran geschickt wird, die beiden Punktesammler Robert Kromm und Paul Carroll, die aber keine Führungsrolle in der Kabine übernehmen müssen etc.

 

Bildschirmfoto 2014-03-19 um 10.07.01 Continue reading

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„Augenarbeit“ – Einstieg in die Verbesserung der mentalen Fähigkeiten

In den vergangenen Wochen habe ich mich noch mal neu mit dem Thema der Arbeit der Augen (wann guckt ein Spieler wohin und warum) im Volleyball beschäftigt. Viele gute Anregungen und vor allem in der Blockarbeit auch neue Erkenntnisse erhielt ich über die Artikelserie Eye Work im Blog von Mark Lebedew. Ich habe auch bei anderen Trainern den Hinweis auf den Vorrang einer richtigen Augenarbeit gefunden. Das hat mich in der Intensität überrascht und ich nahm das zum Anlass, mich intensiver mit dem Thema zu beschäftigen.

Mark hat das folgende Video zwar auch gepostet, aber ich empfehle es euch dennoch hier noch mal. Ich hatte es schon vor seinem Post gesehen, für spannend befunden, aber viel zu wenig daraus gemacht. Coach Jim McLaughlin von den Washington Huskies erklärt darin die Wichtigkeit von „Eye Work“ und wie er das im Training umsetzt.

Bildschirmfoto 2014-01-08 um 15.14.24 Continue reading

Lebedew: In years past, the players in a sense were afraid of failure

Last September I started an interview with Mark Lebedew, the head coach of German Champion BR Volleys in Berlin. I wanted to know from Mark how he planed to approach the upcoming season on the mental side. My theory was that there should be motivational problems after his team won the championship the past year.

 

IMG_0294Mark Lebedew (Foto: Eckhard Herfet/http://foto-herfet.de/)

 

What was planed as a quick interview turned out to be a longterm project because both of us had problems asking and answering in time. For example: my first question to Mark reached him when new season was already on its way. It also turned out that the problem I saw was never in Mark’s mind, which he explains in the following interview. Although it took us until now to finish it, it’s also a short one. But I think it’s still worth publishing it here. Mark comes up with some really interesting points.

To help you with some orientation I added the dates of my question and Mark’s answers. Continue reading