Volleyballspieler: stehen oder sitzen?

Ich habe mich hier im Blog bereits damit befasst, ob ein Volleyballtrainer während eines Spiels eher stehen oder sitzen sollte. Wie nicht anders zu erwarten, ist die Antwort von den Bedürfnissen des Trainers generell und in der besonderen Situation abhängig. Ich habe mir dieselbe Frage für die Spieler gestellt. Ist euch schon mal aufgefallen, dass nur Volleyballcoaches der Meinung sind, ihre Spieler würden im Sitzen steif und kalt werden und sie deshalb stundenlang in der Zone für Wechselspieler stehen lassen?

Was ist zum Beispel bei Basektball oder Handball? Da sitzen alle. Und es macht nicht den Eindruck, als wären die Spieler nicht in der Lage, sofort hundert Prozent zu geben. Auf der Suche nach Antworten bin ich mal wieder auf der hervorragenden Seite für Trainer des U.S.-amerikanischen Verbandes USA Volleyball fündig geworden. Continue reading

Volleyball-Coach: stehen oder sitzen? Teil II

Ich habe an dieser Stelle von meinem Selbstversuch berichtet, lieber während der Wettkämpfe auf der Bank sitzen zu bleiben, weil ich mich da besser konzentrieren kann. Ich darf sagen: Der Versuch ist in dieser Kompromisslosigkeit gescheitert. Zunächst lief alles prima. Ich konnte tatsächlich viel besser dem Spielverlauf folgen, als beim mit verschränkten Armen am Spielfeldrand-Stehen. Die Gedanken zu den Beobachtungen flossen. 

Nach wenigen Spielen aber, merkte ich, dass ich in „Krisensituationen“ nicht zeitnah und auch nicht mit entsprechender Körpersprache reagieren konnte. Ich war praktisch körperlich „eingerostet“.

 

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John Kessel: Wie wir wirklich wettkampfnah trainieren

Vor ein paar Tagen durfte ich mit angehenden C-Trainern zusammen arbeiten. Eines der vorgegebenen Themen war das „wettkampfnahe  Training“. Ich hatte dafür zwei Artikel eines der bekanntesten Trainer in den USA, John Kessel, zusammengefasst und den Coaches einige Fragen gestellt. In der Diskussion und auch anschließend im praktischen Teil in der Halle stieß ich immer wieder auf große Bedenken. Grundsätzlich gab es zwei Meinungen zum Thema:

1. Wettkampfnah bedeutet (nahezu) ausschließlich so zu trainieren, wie wir es im Wettkampf erleben (meine Position). Also keine geworfenen Bälle, immer übers Netz, immer mit Folgehandlung etc.

2. Ja, aber Technik müssen wir mit Hilfe von Übungsreihen in ihre Bestandteile zerlegen, damit sie erlernt werden kann (die Meinung fast aller Teilnehmer zu Beginn der Diskussion). Continue reading

„Das Zauberwort heißt Differenzierung“ – Interview mit Michael Warm

Ich kann mich an keine Fortbildung erinnern, von der ich nicht begeistert aber gleichzeitig auch ratlos war. Die über allem stehende Frage danach war für mich (und ich glaube auch viele andere Trainerkollegen): Wie nutze ich das hinzugewonnene Wissen für meine Mannschaft, die eben nicht in der Bundesliga spielt? Als ich mich vor einem guten Jahr mit Michael Warm, dem damals gerade neu ernannten Trainer der österreichischen Männer-Nationalmannschaft in Berlin traf, hatte ich so die leise Ahnung, dass die Herausforderungen auf allen Leistungsebenen sehr ähnliche sind, es also darauf ankäme, die Unterschiede zu verstehen und den Transfer zu schaffen.

 

 

 

 

 

 

 

 

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Side Out – K1 trifft’s deutlich besser

„Wir müssen den nächsten Side Out gewinnen.“ Zum ersten Mal hörte ich diesen Satz von Beachvolleyballern. Klang gut. Klang vor allem cool. Ich habe ihn dennoch nie benutzt. Der Begriff ist mir immer fremd geblieben. Es war mir auch nie wichtig herauszufinden, was Side Out eigentlich bedeutet und woher der Name kommt. Gerade eben bin ich über den Blogbeitrag eines der bekanntesten Trainer in den USA, Mike Hebert, gestolpert. Er erklärt, dass Side Out noch aus der Zeit stammt, als im Volleyball nur die aufschlagende Mannschaft punkten konnte. Continue reading