Stefan Bräuer: Verfahren eingestellt

Die Staatsanwaltschaft Berlin hat das Verfahren gegen Stefan Bräuer eingestellt. Das sagte deren Sprecher Martin Steltner gegenüber volleyblog.net. Begründung: „Es besteht kein hinreichender Tatverdacht.“ Dem Ex-DVV-Coach und jetzigen Cheftrainer der Damen des SV Sinsheim hatten ehemalige Spielerinnen sexuelle Übergriffe vorgeworfen. Nach ersten Ermittlungen war von „Betatschen unter sportmedizinischen Vorwänden“ die Rede gewesen.

All das ist jetzt juristisch geklärt und verworfen worden. Soweit, so gut. Das Problem: Bräuer und sein Verein können diese gute Nachricht nicht so recht vermarkten. Denn sie haben Umfeld, Fans und regionale Medien absichtlich im Dunkeln gelassen. Man vertraue Bräuer ohne wenn und aber, hatte es damals geheißen. Mit Recht wie sich jetzt herausstellte. Aber wäre das nicht ein Grund dafür gewesen, von Anfang an offen mit dem Thema umzugehen? Mannschaft, Eltern, Sponsoren, Medien etc. ausführlich zu informieren?

Statt reingewaschen zu sein, werden sich Bräuer und der SV Sinsheim noch sehr lange mit den Gerüchten herumschlagen müssen. Denn jetzt ist es für Offenheit und die Bitte um Vertrauen zu spät. Beide haben ein ganz gefährliches Spiel gespielt, unter dem die Glaubwürdigkeit der Beteiligten arg gelitten hat. Das Problem waren zunächst ja nicht die Vorwürfe, von denen der Coach und sein Verein überzeugt waren, dass sie ungerechtfertigt sind, sondern die Art, wie Bräuer und Sinsheim damit umgegangen sind.

Schade, dass Volleyball in Deutschland, oft auch noch in höchsten Kreisen, immer noch so amateurhaft organisiert und beraten ist.

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