Staatsanwaltschaft legt Mitte Juni Ergebnisse im Fall Stefan Bräuer vor

In der Damen-Bundesliga geht die Saison in den Schlussspurt. Die Play Offs beginnen. Für den SV Sinsheim ist die Saison gelaufen. Am letzten Spieltag gewann das Team 3:0 gegen Sonthofen und sicherte in letzter Sekunde den Klassenerhalt. Das ist unbestritten das Verdienst von Coach Stefan Bräuer. Der war in der Saison gekommen und rettete die Sinsheimer.

Dass Bräuer überhaupt Zeit hatte, lag an dem Rauswurf beim DVV. Der Vorwurf: Sexueller Missbrauch Schutzbefohlener während seiner Zeit als Nationaltrainer der weiblichen Jugend. In Sinsheim wurden die Anschuldigungen seither totgeschwiegen. Man kenne und vertraue Bräuer hatte es auf Anfrage des Berliner Bloggers Christoph Lemmer geheißen.

Ganz so leicht lassen sich die Vorwürfe aber wohl nicht vom Tisch wischen. Die Berliner Staatsanwaltschaft ermittelt noch immer. „Es werden weiterhin Zeugen gehört“, betonte deren Sprecher Martin Steltner heute auf Anfrage. Die Ermittlungen seien nicht abgeschlossen. Frühestens in einem Monat (Mitte Juni) könnten konkrete Ergebnisse vorgelegt werden. Was das bedeutet, ist schwer zu sagen. Weder für eine Entlastung Bräuers noch für eine Anklage scheinen derzeit genügend Fakten zusammengetragen worden zu sein.

Skandalös ist für mich weiterhin vor allem das Verhalten des SV Sinsheim, der die Ermittlungen der Staatsanwaltschaft gegen seinen sportlichen Leiter weiterhin geheim hält. Das ist gegenüber Fans und Sponsoren, aber auch der Mannschaft grob fahrlässig. Hier wird nach wie vor viel Vertrauen riskiert.

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