Side Out – K1 trifft’s deutlich besser

„Wir müssen den nächsten Side Out gewinnen.“ Zum ersten Mal hörte ich diesen Satz von Beachvolleyballern. Klang gut. Klang vor allem cool. Ich habe ihn dennoch nie benutzt. Der Begriff ist mir immer fremd geblieben. Es war mir auch nie wichtig herauszufinden, was Side Out eigentlich bedeutet und woher der Name kommt. Gerade eben bin ich über den Blogbeitrag eines der bekanntesten Trainer in den USA, Mike Hebert, gestolpert. Er erklärt, dass Side Out noch aus der Zeit stammt, als im Volleyball nur die aufschlagende Mannschaft punkten konnte.Seit den Regeländerungen gebe es den Begriff Side Out auch nicht mehr in den amerikanischen Volleyballregeln. Dennoch wird er weiter benutzt. Jetzt aber in einer ganz neuen Bedeutung. Denn auch die annehmende Mannschaft kann ja punkten. Für mich ist das Wissen um die Herkunft des Begriffs Side Out ein weiterer Grund, ihn nicht zu benutzen. Auch nicht im Zusammenhang mit Beachvolleyball.

Wir kommen doch prima mit dem Begriff K1 (Komplex 1) weiter. Warum muss es unbedingt ein cooler Begriff sein?

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Mike Hebert

 

Bei der Gelegenheit habe ich einen weiteren Blogeintrag von Mike Hebert entdeckt, in dem er sich, zurecht wie ich finde, über die oft bedenkenlose Hingabe von uns Trainern an ein neues Konzept oder eine neue Idee ärgert. Ohne ein Konzept wirklich verstanden zu haben, werden halbverdaute Weisheiten runtergeschluckt und dann auf hilflose Teams losgelassen. Auch Aussagen der berühmtesten und anerkanntesten Trainer müssen zunächst verstanden, eingeordnet und auf die Umsetzbarkeit für die eigenen Strategien überprüft werden. Das ist keine Ketzerei sondern gebotene Pflicht.

5 thoughts on “Side Out – K1 trifft’s deutlich besser

  1. Im Beachvolleyball ist ein „Sideout-Spiel“, da im Beachvolleyball die Annahme normalerweise ein Vorteil ist.
    Und warum ein Begriff nicht benutzen welcher so Standard ist, bzw. sich eingebürgert hat? Cool oder nicht spielt keine Rolle. Jeder der im Volleyball ein gewisses Niveau erreicht, weiss was es bedeutet und weiss wie wichtig ein gutes Sideoutspiel sein kann, da man sich beim Sideoutspiel voll auf seine Stärken verlassen kann.
    Wir behalten das bei und müssen nichts aus Sturheit weglassen was nunmal als Standardbezeichnung gebraucht wird.

  2. Mir geht es hier meist darum, althergebrachte „Weisheiten“ oder wie in diesem Fall Begriffe zu hinterfragen, Werner. Denn wie ich schon öfter ausgeführt habe, kann uns die gedankenlose Übernahme von Dingen, die „wir schon immer so gemacht“ haben, ganz schön blockieren. Die Gefahr sehe ich im Fall „Sideout“ nicht, aber der Begriff macht aus meiner Sicht einfach keinen Sinn. Mehr hatte ich nicht sagen wollen.

  3. Hallo Matze, dein Kommentar ist im Spam gelandet. Sorry. Als West-Berliner war ich der DDR in der Tat sehr nahe :-D. Allerdings ist Side Out eben nicht nur ein englischer Begriff (und deshalb cool), sondern hatte in der alten Zählweise (die kennst du ebenso wie ich) die Bedeutung, das Aufschlagrecht (ohne Punkt) zu gewinnen. Die Regeln haben sich geändert, der Begriff ist geblieben.

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