Kenne die Regeln: Warmups 6 gegen 6 auch in der VBL möglich

Warmups in der nationalen und internationalen Spitze laufen mehr oder weniger ähnlich ab. Ein Warmup bei den Frauen sieht ein bisschen anders aus als bei den Männern, aber innerhalb des Männer- und Frauenbereichs kommt es am Ende doch auf dasselbe hinaus. Und: Bis zum Einschlagen passiert alles auf der eigenen Seite des Feldes. Bis heute hatte ich den Eindruck, dass das keinen Trainer stört. Doch Mark Lebedews Post auf Twitter lässt anderes vermuten.

Mark spricht es nicht direkt aus, aber man kann doch wohl den Wunsch herauslesen, auch bei sich in Polen (oder früher in der VBL) das ganze Feld für Warmups nutzen zu können. Da mich das Thema schon lange interessiert, habe ich die Gunst der Stunde genutzt, recherchiert und herausgefunden: Es geht, wenn der Gegner zustimmt.

Wenigstens fünfzehn Minuten vor einem Spiel auf dem ganzen Feld zu haben, schlägt jede andere Warmup-Methode um Längen, weil es das ganze Spiel am besten abbildet und deshalb auch besonders gut für die Vorbereitung auf einen Wettkampf geeignet ist. In der 2. Bundesliga, der Dritten Liga und den meisten Regionalligen ist das Einspielen auf dem ganzen Feld sogar in den jeweiligen Spielordnungen bzw. dem Lizenzstatut der VBL geregelt. In letzterem heißt es zum Beispiel:

„30.2.2 In der 2. Bundesliga muss der Gastmannschaft eine Stunde vor Spielbeginn eine Trainingszeit von mindestens 15 Minuten auf der kompletten Spielfläche zur Verfügung gestellt werden.“

Dass auch das Heimteam eine viertel Stunde aufs Spielfeld darf, wird aus einer weiteren Regel deutlich:

„30.3.2 In der 2. Bundesliga ist beiden Mannschaften jeweils eine Spielfeldseite spätestens 30 Minuten vor Spielbeginn zum Einspielen zur Verfügung zu stellen.“

Für die 1. Bundesliga sind solche Einspielzeiten zwar nicht festgeschrieben, aber die Formulierungen lassen sie ohne weiteres zu. Voraussetzung hierfür ist lediglich, dass sich beide Teams darauf verständigen. Da es in beiderseitigem Interesse liegt, müsste eine jeweilige Regelung möglich sein. Im Lizenzstatut heißt es:

„30.3.1 In der 1. Bundesliga ist beiden Mannschaften jeweils eine Spielfeldseite spätestens 60 Minuten vor Spielbeginn zum Einspielen zur Verfügung zu stellen.“

Weitere Regelungen zur Einspielzeit bis zur Auslosung gibt es nicht. Verzichten beide Teams also zugunsten einer Zeit auf dem gesamten Feld für 15 Minuten auf ihre Spielfeldhälfte, ist ein Einspielen 6 gegen 6 möglich.

Die Schiedsrichter greifen ins Warmmachen erst mit der Auslosung und dem anschließenden Einschlagen ein. Das heißt, erst ab diesem Zeitpunkt ist das Regelwerk zuständig. Zuvor regeln die jeweiligen Spielordnungen das Geschehen. In den FIVB-Regeln heißt es zu den Einspielzeiten:

Ich habe keine international gültige Spielordnung gefunden, vermute aber, dass die Regelungen dort den deutschen sehr ähnlich sind oder aber den beiden Teams zumindest einen ähnlichen Freiraum für Verabredungen lassen. Warmups 6 gegen 6 dürfte also auch in Rio nichts im Wege stehen.

2 thoughts on “Kenne die Regeln: Warmups 6 gegen 6 auch in der VBL möglich

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.