John Wooden, Meister des prozessorientierten Feedbacks

Wer dazulernen will, der muss den harten Weg gehen. Einen unbequemen Weg, auf dem man stürzt, wieder aufsteht und erneut stürzt. Echte Lerner müssen raus aus der Komfortzone. Trevor Ragan von Train Ugly hat, wie ich finde, ein sehr treffendes Bild gezeichnet. Der Mensch heute ist eine im Zoo aufgewachsene Wildkatze. Um im Sport lernen und im Wettkampf bestehen zu können, müssen wir wieder zum Dschungel-Tiger werden.

Einen solchen Prozess setzt aber kein Super-Motivator in Gang, sondern nur der Athlet selbst. Es bedarf der berühmten intrinsischen Motivation. Überflüssig zu erwähnen, dass mit dem Aufwachsen im Zoo auch die intrinsische Motivation weitestgehend verloren ging. Die große Frage, vor der ein Trainer steht, ist: Wie kriege ich das hin, dass meine Spieler eine hohe Eigenmotivation entwickeln? Antwort: gar nicht.

Denn das können die Athleten eben nur selbst. Der Trainer kann Impulse geben oder ein Umfeld für Initialzündungen schaffen. Ein wichtiger Baustein dabei ist die Art des Feedbacks. Im Lehrbuch steht: loben, loben, loben. Nicht zum ersten Mal ist das Lehrbuch aber irreführend. Denn das Lob ist ebenso wie die Kritik ein Mittel der extrinsischen Motivation, kann die Athleten abhängig von einer positiven Rückmeldung machen und ist deshalb ein Schritt zurück in den Zoo.

Der berühmte U.S.-amerikanische Basketball-Coch John Wooden wurde einmal von Lernforschern beobachtet, die folgendes feststellten:

  • „He very rarely, if ever, interrupted the flow of practice to speak. His comments were instant and short.
  • Over 75% of his feedback in practice were Instructions of some kind. Compared with the literature of the time, there were remarkably few instances that could be interpreted as ‘Praise’.“

Die übergroße Mehrheit des Feedbacks im Training muss prozessorientiert sein, um intrinsische Motivation zu unterstützen: „Du hast gerade das gemacht, du solltest besser das tun.“

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