„Ich mache das doch nicht mit Absicht“

Während der Arbeit mit Athleten bekommt der Trainer die verschiedensten Rückmeldungen. Gestik und Mimik sind eine wichtige Art der Kommunikation und vielleicht viel zu wenig beachtet. Aber das ist ein Thema für einen anderen Blogeintrag. Mir ist sowohl im Training als auch außerhalb zuletzt häufig folgende Formulierung aufgefallen: „Ich mache das doch nicht mit Absicht.“ Der Spieler, Dienstleister oder Freund glaubt, dass meine Bemerkung, Korrektur oder der Hinweis unterstellen, er verhielte sich absichtlich falsch.

Die Aussage, man habe das nicht absichtlich getan, wirft für mich eine extrem wichtige Gegenfrage auf. „Was aber hast du denn absichtlich getan?“ Um im Sportkontext zu bleiben: Mir geht es als Trainer ja darum, dass der Spieler in möglichst jeder Situation etwas absichtlich oder bewusst tut. Er soll aktiv teilnehmen. Die Aussage, er mache „das“ doch nicht absichtlich falsch, bedeutet aber, er war nur passiv dabei.

3 thoughts on “„Ich mache das doch nicht mit Absicht“

  1. Sehe ich etwas anders, es kommt drauf an wie die Fehler von Trainerseite aus angesprochen werden. Erhalte ich als Spieler nur das offensichtliche Ergebnis als Information, also im Sinne von die Annahme weiter vor bzw. noch extremer „Die Annahme muss besser werden“, kann ich die Reaktion des Spielers voll verstehen. Denn dieser handelt im Normalfall nach bestem Gewissen und weiß gar nicht wo die Ursache liegt. Ich selbst durfte diese Saison die Erfahrung machen. Ich kam durch einen für mich günstigen Umstand in eine Mannschaft die 2 Klassen höher spielt und durfte dort viel dazu lernen. Unter anderem kamen dann aber auch oben genannte Ansagen. Die halfen mir aber als Spieler nicht unbedingt weiter und ich dachte mir auch öfters im Kopf, bleibt doch mal ruhig ich mache den Fehler jetzt nicht mehr mals hinter einander mit Absicht. Das kann auch kein Ziel eines Sportlers sein. Mein Problem ist eher, ich sehe meine Handlung nur aus der Ich-Perspektive und merke damit nicht unbedingt wo der Fehler liegt. Teilweise war ich soweit dass ich beim Aufschlag dachte, ja den hast du gut der ist einfach und schon mehrfach gut gemacht, kein Problem. Dann versemmelte ich den und wusste nicht wo der Fehler lag, aus meiner Perspektive hatte ich keinen gemacht, bis ich feststellte dass es anders war. Doch wo liegt nun dieser Fehler? Hier kommt es dann sehr auf die Trainer an, kann dieser mir die Ursache benennen oder nur den Fehler der daraus resultiert.

  2. Tut mir leid, Christian, dein Kommentar ist im Spamordner gelandet. Ich habe ihn eben erst entdeckt. Die Art und vor allem der Inhalt des Feedbacks ist natürlich sehr wichtig. Das ist ein guter Punkt. Meine Erfahrung ist allerdings, dass der Satz „das mache ich nicht mit Absicht“ ausschließlich von Spielern kommt, die anders als du eben nicht gezielt daran arbeiten, die Annahme besser nach vorne zu bekommen. Und dieser Ausspruch soll sagen, dass man es einfach nicht besser könne. Was dieser spezielle Spielertypus (vor allem in den unteren Ligen) vergisst, ist, dass er selbst nicht mitarbeitet. Er erwartet eher, dass sich die Dinge von alleine ändern.

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