Gefühlte Wahrheiten

Diskussionen sind nicht mehr das, was sie mal waren. Jetzt klinge ich schon wie meine Eltern und Großeltern. Aber es ist halt so. Ich kann mich sehr gut an die intensiven Gespräche (oder Auseinandersetzungen) aus meinen Jugendtagen erinnern. Da flogen die Fakten und Meinungen nur so hin und her. Und heute? Es hat den Anschein, als wären gefühlte Wahrheiten viel gewichtiger als Fakten. Wen interessieren schon noch wissenschaftliche Erkenntnisse, wenn man stattdessen eigene „gefühlte Erfahrungen“ ins Feld führen kann? Und das (für mich) Ungewöhnliche: Wer so denkt, steht bei Weitem nicht alleine da.

Es ist ein Trend. Ein Trend, der gerade richtig an Fahrt aufnimmt. Längst hat er auch die Spieler und Trainer aller Sportarten erreicht. Wie soll ich mich aber mit jemandem auseinander setzen, der Fakten weder akzeptiert noch überprüft, mir dafür aber im Brustton der Überzeugung von seinen „gefühlten Erfahrungen“ berichtet und die als allgemein gültige und unumstößliche Wahrheiten präsentiert?

Es ist zum Mäusemelken (wie mein Vater zu sagen pflegt).

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