Ein toller Block – nicht zur Nachahmung geeignet

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U.S.-Nationalspieler Max Holt haute im Finale der World-League-Saison 2014 einen einarmigen Block raus, der für Aufsehen sorgte. Zugegeben: Eine spektakuläre Aktion des Mittelblockers. Aber…

… ich höre förmlich die Jubelschreie in allen möglichen Ligen, ich sehe Spieler einarmige Blocks einsetzen und Trainer diese üben lassen. Wenn die Stars so etwas machen, dann muss es ja gut und richtig sein. Was die meisten dabei vergessen werden ist, dass diese Spielsituation eine absolute Ausnahme ist und dass auch Holt diesen Erfolg nicht reproduzieren können wird. Hier hat ein Spieler vielmehr etwas geschafft, dass auf eine enorme mentale Stärke hinweist. Er hat in einem entscheidenden Augenblick und aus schlechter Position einen wichtigen Punkt gemacht. Beim Stand von 28:28 und Aufschlag USA holt er aus aussichtsloser Position doch noch den Satzball. Die USA gewann den 1. Satz des Finales übrigens 31:29. „Timing Is Everything“ schreibt Mark Lebedew dazu in einem Blogartikel.

Max Holt war also in einem entscheidenden Moment voll da. Er hat nicht einfach mal so einen Arm hingehalten. Der Mittelblocker der USA hatte volle Körperspannung und improvisierte auf einem hohen technischen und körperlichen Niveau. Zudem war sein Timing (wenn auch am „falschen“ Ort) optimal.

Es bleibt dabei: Ein Block ist mit einer Mauer vergleichbar (la mur sagen die Franzosen zum Block, muro die Italiener). Fest, unbeweglich, stabil.

4 thoughts on “Ein toller Block – nicht zur Nachahmung geeignet

  1. Das stimmt, ich habe es etwas vereinfacht. Ich denke aber, dass im Blocktraining zunächst einmal der Schwerpunkt auf das Gleichgewicht und die Körperspannung gelegt werden muss. Und dafür ist die Mauer noch immer ein sehr gutes Bild. Denn auch die Besten können nur aus einer sehr guten Körperspannung heraus aktiv werden. Und wenn sie aktiv werden, dann bleiben sie in der Luft im Gleichgewicht und halten die Körperspannung.

    Hast du Statistiken, die die Mauer mit einer „aktiven Mauer“ vergleichen und qualitativ bewerten? Das würde mich mal interessieren. Denn von meiner Beobachtung her, sind es fast ausnahmslos die Mauern, die in der Bundesliga erfolgreich sind (entweder direkter Punkt oder Ball verlangsamt). Aber man sieht noch sehr viele anfliegende Blocks ohne viel Körperspannung. Oft genug wird dabei auch noch mit den Armen gewedelt. Ich hab noch keinen erfolgreichen Block mit dieser „Technik“ gesehen.

  2. Habe mir das Spiel inzwischen mal angesehen: Tatsächlich versucht Holt diese krasse Variante des Read-Block gg. den Schnellangreifer häufiger (Lee m.E. weniger häufig, aber auch) und wird in den anderen Fällen fast immer angeschlagen. Trotzdem scheint Speraw die Taktik so vorgegeben zu haben und auch dabei zu bleiben – und 3:1 gg. Brasilien ist als Ergebnis im WL-Final ja auch nicht ganz schlecht 🙂 Das Problem dabei ist, wie du ja ganz richtig schreibst, auf diesem Niveau nicht Holts Athletik, sondern nach Lehrbuch ja, dass die Abwehr keine Möglichkeit hat, sich außerhlab des Blockschattens zu positionieren (sie wissen ja bis zum Shcluss nicht, wo das sein wird). Ich frage mich, warum Team USA das in Kauf nimmt… Die nahliegende Erklärung wäre ja, dass der Coach ohnehin keine allzu großen Erwartungen hat, was die Feldabwehr von Schnellangriffen betrifft. Das könnte auch erklären, warum unterhalb der internationalen (Herren?-)Spitze eine stable Mauer (in Verbindung mit der Feldabwehr) erfolgreich ist und man aber ganz oben solche wilden Blockversuche sehen kann.

  3. Auf diese Niveau reden wir nicht viel von ‚Blockschatten‘, vor allem nach erste Tempo. Vielleicht Postion 6 spielt eine Seite oder der andere aber meistens ist das vorgeschrieben von der Taktik.
    Es stimmt auch das oefters wird das Abwehr mehr gegen Aussenangriff orientiert. Das seht Mann auch in die Erfolgsquote des 1. Tempos gegenueber Aussenangriff.

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