DVL-Geschäftsführer gönnt den Bamberger Volleyballern den sportlichen Erfolg nicht

Gut, ein Geschäftsführer ist vor allem dafür da, das der Rubel rollt. DVL-Geschäftsführer Thorsten Endres dürfte also enttäuscht darüber sein, dass der VC Franken die laufende Saison finanziell nicht überstanden hat. Das hat für Unruhe gesorgt, vielleicht sogar mögliche Sponsoren erschreckt. Sportlich lief es in Franken durchaus gut. Platz sechs am Ende der Saison. Playoffs? Denkste.Die Volleyball-Liga entzog den Bambergern nicht nur die Lizenz für die kommende Saison sondern verfügte gleich noch den Rausschmiss aus dem Meisterschaftsrennen. Und jetzt trat DVL-Mann Endres auch noch übel nach. Nicht in einem unüberlegten Moment eines Interviews, sondern in einer offiziellen Pressemitteilung der DVL. „Vor dem Hintergrund eines fairen und gleichberechtigten Spielbetriebes“, wird Endres zitiert, „muss man konstatieren, dass der sportliche Erfolg des VC Franken auf einer Budgetplanung beruhte, die der Verein offensichtlich nicht finanzieren konnte.“ Teure Mega-Stars eingekauft? Zu Auswärtsspielen im Privatjet geflogen? Einen riesigen Trainerstab beschäftigt? Nein, ganz bestimmt nicht. Die Franken hatten (nach eigenen Angaben) einen der kleinsten Etats der Liga. Und immerhin hatte die DVL aufgrund der Budgetplanung die Lizenz für die 1. Liga erteilt. So schief kann der Etat also nicht gewesen sein.

An einem zu hohen Budget lag die Pleite des VC Franken also vermutlich nicht. Hier wurden schlichtweg individuelle Managementfehler gemacht. Nicht schön, aber auch nichts Ungewöhnliches im Jahr der Krise.

Aber wie um Himmels Willen kommt der Geschäftsführer der DVL dazu, die Spieler und den Trainer des Teams so dermaßen zu beschimpfen? Am Ende sagt Endres nichts anderes, als dass der VC Franken nur aufgrund unseriöser Spielereinkäufe sportlich so abschneiden konnte. Er sagt es nicht wörtlich, meint aber, die Bamberger hätten sportlich betrogen. VC-Coach Mark Lebedew schreibt über die verbale Entgleisung von Endres in seinem Blog: „It is now two days later and my anger has not abated.“ Und weiter in Deutsch: „Daß es mit eine Aussage versucht worden ist, die Arbeit von mir und meiner Mannschaft einfach abzuerkennen, ist der bitterste Schlag von alle.  Alle die die Erfahrung in Leistungssport haben, wissen daß es nur eine Rezept zum Erfolg gibt: Arbeit. Unsere sportliche Erfolg ist NUR durch Arbeit und Leistung ermöglicht.

Dabei hatte Endres Ende März gegenüber dem Berliner „Tagesspiegel“ noch eingeräumt, die Bamberger seien ein „besonderer Fall“. Und der DVL-Vorsitzende Michael Evers hatte zur Eröffnung der Berliner Geschäftsstelle 2007 betont, wie wichtig eine gute Zusammenarbeit zwischen Liga, Verband, Vereinen und Politik sei, um den Volleyballsport voranzubringen. Mit seinem Schlag unter die Gürtellinie hat Endres jetzt direkt Spieler und Trainer angegriffen und ihnen jedwedes Leistungs- und Entwicklungsvermögen abgesprochen. Der Grund? Vermutlich Panik vor einem Imageverlust der Liga. Statt klug zu handeln hat Endres aber mit purem Aktionismus erst recht für Unruhe und Verunsicherung gesorgt. Wenn der Geschäftsführer der Liga indirekt behauptet, man könne sich in die Playoffs kaufen und müsse sonst nicht viel tun, dann hat er entweder keine Ahnung oder ist einfach nur unglaublich opportunistisch. Vielleicht auch beides.

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