Der Weg zu Olympia: Vier Asse im Tiebreak

Volleyball ist ein medial eher unterrepräsentierter Sport. Und dementsprechend schlecht ausgebildet sind oft die eingesetzten Kommentatoren. Mark Lebedew hat seinen Frust darüber in ein lustiges Trinkspiel verpackt. Für das Qualifikationsturnier zu den Olympischen Spielen in Rio, das komplett live im YouTube-Channel des Weltverbands FIVB übertragen wird, erneuerte Mark sein Trinkspiel und fand, wen wundert es, wieder so manchen Stein des Anstoßes.

Besonders auffällig bei solchen Anlässen sind die allgemeinen Weisheiten, die die Reporter dann gerne mangels echten Wissens verbreiten. Bei mir ist heute im Auftaktmatch der Polen gegen Kanada besonders diese hängen geblieben: „Ooooooh, bei diesem Spielstand kannst du es dir nicht leisten, einen Aufschlag zu verschlagen.“ Damit plappert der Reporter allerdings nur nach, was viele Zuschauer und wohl auch Trainer denken. Fehler werden getreu der allgemeinen Weisheit als schlecht angesehen und abgestraft.

Im Tiebreak erzielten die Polen vier (!) Asse und gewannen diesen souverän. Solche Nervenstärke und Risikobereitschaft muss trainiert werden. Das geht nur in einer Atmosphäre, in der Fehler als das genutzt werden, was sie sind: Möglichkeiten zu lernen. Und alle Beteiligten (Zuschauer und Reporter zähle ich nicht dazu) müssen wissen, dass es keine Garantie dafür gibt, dass das Team unter solchem Druck regelmäßig abliefert. Im nächsten Tiebreak können aus den vier Assen vier Aufschlagfehler werden. Wer dann die Hände über dem Kopf zusammenschlägt und ausruft, dass man sich das in dieser Situation nicht leisten könne, der hat das Spiel nicht verstanden.

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.