Brettern statt baggern

Die Weiterentwicklung der uns als Trainer anvertrauten Spieler hängt für mich immer mehr davon ab, wie gut es gelingt, mit den Athleten in einen funktionierenden Kontakt zu kommen. Ich sage absichtlich nicht „guten Kontakt“. Es geht nicht um eine Bewertung des Kontakts, sondern um ein gegenseitiges Verstehen. Wie wir aus anderen Lernumfeldern wie zum Beispiel der Schule wissen, wird niemand etwas lernen, wenn er muss, also nicht will. Es gilt also, sowohl eine Freiwilligkeit als auch ein passendes Lernumfeld zu schaffen. Dann plötzlich macht es immer öfter „klick“.

In der Regionalliga-Mannschaft, die ich im vergangenen August übernommen habe, waren solche Momente äußerst selten. Dort ist es mir nicht gelungen, einen zuverlässigen Kontakt herzustellen. In diesem Monat habe ich aber die U18/U20 des Vereins übernommen und hier ist der Kontakt schon jetzt deutlich intensiver. Die Gruppe ist noch relativ heterogen, was eine gewisse Herausforderung ist. Derzeit arbeiten wir sehr intensiv an den Grundtechniken. In der vergangenen Woche war das untere Zuspiel dran. Mein Fokus in der besagten Trainingseinheit lag auf der Formung und Stellung des Spielbretts. Wir haben sehr konzentriert daran gearbeitet, eines der Probleme bei vielen Spielern war, dass sie eher schaufelten, als den Ball mit dem Spielbrett zu lenken.

Nach etwa einer Stunde fragte einer der Spieler: „Warum heißt das eigentlich baggern? Da denke ich immer an eine Schaufel. Wenn schaufeln aber nicht hilfreich ist, warum heißt die Technik dann nicht brettern?“ Die Frage war ein großer Lacher. Aber der Spieler hat recht. Ich konnte es nur noch nie so sehen. Seit dieser Frage weiß ich zum einen, dass der gegenseitige Kontakt schon funktioniert und zum anderen nennen wir in diesem Team diese Technik jetzt brettern.

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