Basis für Höchstleistung ist deine Einstellung

Ich kenne viele Spieler (und auch Trainer), die nach einer Niederlage ganz schnell nach einem Schuldigen suchen. Und auch einen finden. Das sind dann in der Regel „die Anderen“. Eine weitere beliebte Aussage in fast jedem Sport ist: „Im Training lief’s super, aber wir konnten im Wettkampf unsere Leistung nicht abrufen.“ Was also macht einen echten Sieger aus?

Ich habe auf der Seite der High-Performance-Trainerin Anne Merrem, die schon mit den Bundesliga-Volleyballerinnen aus Potsdam, der SCC-Jugend und den Trierer Bundesliga-Basketballern zusammenarbeitete, eine Liste von zehn „Sieger-Regeln“ gefunden. Die meisten davon haben mich überzeugt. Hier sind meine Top-3:

1. Basis für Höchstleistung ist Ihre Einstellung. … Mit großer Lust auf den nächsten Entwicklungsschritt.

Ja. Eine persönliche Einstellung, die zu Höchstleistungen befähigt, erfordert aus meiner Sicht einen Kontakt zu sich selbst und dann die Freiwilligkeit. Mir sind Spieler und Trainer, die behaupten, sie würden Leistung für einen kranken Freund oder die selige Mutter bringen, suspekt. Ich selbst muss es wollen. Ich kann vielleicht ein Spiel einem anderen Menschen widmen, aber wenn ich nicht selbst einen inneren Antrieb, die Einstellung eben, zur Leistung habe, wird das auf Dauer nichts werden. Und äußerlicher Zwang (Geld, Vertrag, Eltern etc.) sind sicher auch keine Katalysatoren für Höchstleistungen. Dazu braucht es aus meiner Sicht eine komplett selbstbestimmte Freiwilligkeit. Wenn ich mit der an die Aufgabe herangehe, ist es sehr wahrscheinlich, dass ich mich in aufgestellte Regeln einpassen und auch Abstriche bei Dingen, die mir wichtig sind, machen muss. Aber aus der Freiwilligkeit heraus, wird das kein Problem sein. Meine Handlungen bleiben selbstbestimmt. Und damit bleibt auch die Lust auf Weiterentwicklung.

2. Die Steigerung von Konzentration ist Präsenz. In jedem Moment. Im Training. Im Wettkampf. …

Präsenz halte ich für eines der zu unrecht am wenigsten diskutierten Merkmale von Höchstleistung. Es gibt Spieler (und auch Trainer), die durchlaufen jedes Training grundsolide. Irgendwie unauffällig. Aber es ist klar, dass ich (auch) im Wettkampf nicht auf sie zählen kann. Sie werden versuchen, der ihnen zugeteilten Verantwortung zu entkommen. So, wie schon im Training. Ein präsenter Spieler (oder Trainer) muss nicht unbedingt für alle Anwesenden sichtbar auffällig handeln. Er ist aber so konzentriert und fokussiert, dass seine Präsenz innerhalb seines Verantwortungsbereiches, seinen Mitspielern sofort spürbar klar ist. Sie wissen, ich kann mich auf diesen Mitstreiter verlassen.

3. Kommunikation macht aus Leistung Höchstleistung.

An dieser Stelle habe ich schon oft auf die Wichtigkeit von Kommunikation (ist nicht nur Sprache) hingewiesen und verlinke statt einer Wiederholung lieber hier, hier und hier hin.

Es gibt noch viele weitere interessante Ansätze auf Anne Merrems Seite, die es übrigens auch in einer englischsprachigen Variante gibt. Und so schließe ich mit einem Merrem-Zitat von der Website, weil es eines meiner Themen aufgreift: Bewertungen. „Critical thinking is not the ability to criticize, rather it is about making distinctions, seeing differences without judging.“

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