Danke BR Volleys. So sucht man einen neuen Trainer.

Heute ist etwas Außergewöhnliches in der Volleyball-Welt passiert. Der Deutsche Meister BR Volleys hat einen neuen Cheftrainer eingestellt, dessen Lebenslauf im Vergleich zu denen der üblichen Verdächtigen geradezu lächerlich erscheint: Luke Reynolds. Luke war zuletzt Co-Trainer von Mark Lebedew in Polen. Aber die BR Volleys haben (weit) über den Lebenslauf hinaus gesehen und einen Coach engagiert, der vor allem bereit dazu ist, nicht nur auf der sicheren Seite zu fahren.

Kaweh Niroomand formulierte es auf der Vorstellungs-PK in etwa so: Man habe nun den Mainstream gehabt und wolle etwas Anderes. Klingt natürlich lapidar, aber wer Niroomand in den vergangenen Jahren beobachtet hat, weiß, dass der Manager niemals oberflächlich ist. Er sucht den Weg zum Erfolg. Er hat also ganz genau verstanden, dass Mainstream bedeutet, es so zu machen, wie die Anderen, also nicht aufzufallen. Also keine Fehler zu machen. Sozusagen immer gut auszusehen. Denn eins ist klar: Wer sich gegen den Mainstream stellt, der wird von diesem „niedergemacht“. Das ist überall so. Auch im Sport.

Heute ist der Volleyball-Mainstream deutlich abgewatscht worden. Die BR Volleys haben jetzt Einen an ihrer Spitze, der allgemeine Glaubenssätze hinterfragen darf, der neuen Schwung und Erfolg bringen soll. Mit dieser Herangehensweise haben die BR Volleys zum endgültigen Angriff auf die europäische Spitze geblasen.

Die BR Volleys sind wieder mal ihrer Zeit weit voraus, Trendsetter, Leuchtturm.

Gefühlte Wahrheiten

Diskussionen sind nicht mehr das, was sie mal waren. Jetzt klinge ich schon wie meine Eltern und Großeltern. Aber es ist halt so. Ich kann mich sehr gut an die intensiven Gespräche (oder Auseinandersetzungen) aus meinen Jugendtagen erinnern. Da flogen die Fakten und Meinungen nur so hin und her. Und heute? Es hat den Anschein, als wären gefühlte Wahrheiten viel gewichtiger als Fakten. Wen interessieren schon noch wissenschaftliche Erkenntnisse, wenn man stattdessen eigene „gefühlte Erfahrungen“ ins Feld führen kann? Und das (für mich) Ungewöhnliche: Wer so denkt, steht bei Weitem nicht alleine da.

Es ist ein Trend. Ein Trend, der gerade richtig an Fahrt aufnimmt. Längst hat er auch die Spieler und Trainer aller Sportarten erreicht. Wie soll ich mich aber mit jemandem auseinander setzen, der Fakten weder akzeptiert noch überprüft, mir dafür aber im Brustton der Überzeugung von seinen „gefühlten Erfahrungen“ berichtet und die als allgemein gültige und unumstößliche Wahrheiten präsentiert?

Es ist zum Mäusemelken (wie mein Vater zu sagen pflegt).

Wizards-Interview mit Carl McGown kostenlos zum Nachlesen

Dr. Carl McGown, einer der einflussreichsten Trainer der Welt, ist in den USA verstorben. Ich will an dieser Stelle nicht auf seine vielen Erfolge hinweisen. Vielleicht ohne es zu wissen, wendet wohl jeder Trainer der Volleyball-Welt Wissen an, das auf Carl McGown zurück geht. Ich habe mich in diesem Blog ebenfalls schon auf ihn berufen. Hier und hier.

Anlässlich seines Todes haben Mark und John das Interview mit Carl McGown aus ihrem ersten Buch zum großartigen Projekt „Volleyball Coaching Wizards“ für alle freigegeben. Hier geht’s zum PDF. Das Lesen des gesamten Buches empfehle ich dennoch allen Trainern.

TV-Stream: Hilfe, mir wird schwindelig

Ich weiß, dass es eine weitere Kraftanstrengung (auch finanzieller Natur) für jeden Bundesligisten ist, einen Livestream für Sportdeutschland.TV zu produzieren. Natürlich sind die Leute, die da an der Kamera stehen, keine Profis. Aber warum versuchen dann immer wieder Nicht-Profis wie die Profis zu filmen? Das Ergebnis ist nicht selten im wahrsten Sinne des Wortes schwindelerregend.

Nun habe ich mal gehört, weiß es aber nicht mit Sicherheit, dass zu den Produktionsbedingungen gehört, das „leichte“ Schwenks der Kamera verpflichtend seien. Das, was mir am besten gefiele, nämlich das gesamte Spielfeld auf einen Blick zu sehen, fiele damit weg. Aber egal wie die an die Vereine gestellten Forderungen sind: So, wie zuletzt sogar bei den BR Volleys zu sehen, kann es nicht gemeint sein.

Das Pokalspiel zwischen Berlin und den United Volleys ging für mich grandios los. Nämlich ganz ohne Schwenks.

Dann brach der Stream ganz ab und als er wieder da war, war der Bildausschnitt nicht nur sehr viel kleiner geworden, sondern es wurde auch noch wild hin und her geschwenkt. Die Folge: Lange Bälle verschwanden aus dem Bild und wurden dann in schindelerregendem Tempo wieder „eingefangen“, sprich die Kamera raste dem Ball hinterher, wobei dann aber wieder die andere Spielfeldhälfte aus dem Blick verschwand.

Eine (nicht viel bessere) Alternative boten die BR Volleys dann beim Heimspiel am Wochenende gegen die SWD powervolleys Düren. Die Schwenks wurden kürzer, nun war aber keine Spieldfeldhälfte mehr ganz zu sehen.

Mich haben diese „Produktionen“ überrascht. Die BR Volleys boten im vergangenen Jahr durchweg exzellente Livestreams an. Was ist passiert? Die zuletzt gezeigten Streams jedenfalls waren zum Abgewöhnen und schlichtweg nicht sehbar.

Nochmal: Mir ist klar, dass da keine Profis am Werk sind und so ein Livestream eine echte Kraftanstrengung ist. Aber wenn man ihn doch nunmal anbieten muss, kann das dann nicht mit genau so viel Verstand wie all die anderen Dinge, die die BR Volleys anpacken, geschehen? Das, was zuletzt zu sehen war, war schlichtweg unprofessionell.

Vielleicht hilft es auch, wenn die für den Stream Verantwortlichen die jüngsten Produktionen selbst noch mal komplett anschauen müssten…

Wenn du denkst, Beachvolleyball hilft für die Halle, dann lies das

Mark twitterte vorgestern einen Link zur beeindruckenden Erfolgsgeschichte des ukrainischen U20-Spielers Oleh Plotnytskyi, der nach tollen Ergebnissen im Sand nun auch mit seiner Junioren-Nationalmannschaft bei den U20-Europameisterschaften im wahrsten Sinne des Wortes einschlug. Den Link ergänzte Mark mit folgenden Worten: „Wenn du denkst, dass Spieler entweder Beach ODER in der Halle spielen sollen und nicht beides, dann lies das hier.“

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